ARGOVIA CUP SEON, 27.04.2018

Vergangenen Sonntag stand der dritte Lauf des Argovia-Vittoria-Fischer Cups auf dem Programm. Es war das Rennen in Seon und somit das Heimrennen des Teams. Nach einer umfangreichen Trainingswoche, die mit ersten Prüfungen in der Schule geschmückt wurde, fühlte ich mich nicht gerade in Topform. Das Elitefeld war nicht schlecht besetzt mit ein paar als sehr stark einzustufenden Fahrern. Obwohl es eigentlich eine Hardtailstrecke ist entschied ich mich fürs Fully, da ich nä chste Woche den Swiss Bike Cup in Gränichen mit damit fahren werde.

Nun aber zum Rennen selber: Ich wollte von Anfang an in der Spitze mitmischen und einfach schauen, wie lange ich dort mitkomme. Das habe ich dann auch so umgesetzt und konnte vom ersten Meter an in der Spitzengruppe mitfahren. Das Tempo war relativ hoch und so musste ich dann nach 3.5 von 8 Runden meine drei Begleiter fahren lassen. Danach bestritt ich ein einsames und immer härter werdendes Rennen auf meinem vierten Rang. Die letzten zwei Runden lief ich wirklich auf dem Zahnfleisch, wobei der Fünftplatzierte noch immer mehr aufholen konnte. Glücklicherweise hatte ich aber einen genügend grossen Vorsprung, dass ich am Ende noch immer ein gutes Polster nach hinten hatte. Am Ende war ich auch ums Fully froh, denn so waren die zahlreichen Wiesenabschnitte angenehm zu fahren, insbesondere in den angesprochenen letzten zwei Runden.

Ich komme in jedem Rennen besser in Form und bin sehr zuversichtlich für die kommenden Rennen. Kommenden Sonntag steht in Gränichen der Swiss Bike Cup an, bevor es dann Ende Juni auf die Schweizermeisterschaft und damit auf meinen Höhepunkt der ersten Saisonhälfte zugeht.

Herzlichen Dank für die unermüdliche Unterstützung an Roland Fischer, dem ganzen Fischer Junior MTB Team mit allen Sponsoren und dem Team Koach, bzw. KM Sportcoaching, ebenfalls mit allen Sponsoren!

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STANDARD BANK IRONMAN SOUTH AFRICA

NELSON MANDELA BAY, 15.04.2018

Besser spät als nie… mit einiger Verspätung möchte ich euch gerne den Wettkampfbericht vom Ironman in Südafrika, welcher bereits vor vier Wochen stattgefunden hat, nachreichen. Gedanklich ist dieses Rennen auch für mich schon wieder weit weg. Inzwischen habe ich das reguläre Training bereits wieder aufgenommen. Nichts desto trotz, sind mir natürlich einige grossartige Eindrücke und Erinnerungen von meinem vierten Wettkampf über die Langdistanz geblieben! Allen voran die Tatsache, dass ich mich ein zweites Mal für die Ironman Weltmeisterschaften in Kailua-Kona, Hawai’i qualifizieren durfte!

Seit dem Aufenthalt in Hawai’i im Oktober letztes Jahr haben sich diverse Dinge verändert, worüber ich einige Worte verlieren möchte. So seid ihr alle wieder up to date 😉

Ganz ursprünglich war es ein Grundgedanke von mir nach der WM in Hawai’i den Aufwand für Sport etwas zu reduzieren, um mich voll auf das dazumal frisch begonnene Medizinstudium zu konzentrieren. Nach dem tollen Resultat, welches ich dann erreichen durfte, sah alles anders aus. Für mich war es nun keine valide Option mehr, einfach mit dem Sport mehr oder weniger aufzuhören. Denn das Feuer für den Sport und den Triathlon begann noch stärker zu brennen! Ein grosser Glücksfall war es, dass Kurt Müller, Coach und Inhaber des Team Koach, auf mich zukam und mich sehr gerne in seinem Team aufnehmen wollte. Das eine führte zum anderen und seit anfangs November bin ich stolzes Mitglied dieses Teams. Ich darf mich über volle Unterstützung, tolles Training, coole Mitglieder und einen menschlichen und absolut erfahrenen Coach freuen! Herzlichen Dank dafür.

Das erste Semester des Medizinstudiums habe ich zu Ende geführt und im Februar die dazugehörigen Prüfungen bestanden. Seit November aber schon machte ich mir ernsthafte Gedanken darüber, wie viel es mir wirklich Wert ist, nochmals ein volles Studium von sechs Jahren abzulegen. Die Unterassistenzzeit ist da noch nicht eingerechnet. Nochmals eine wahnsinnige Hektik für weitere zehn Jahre. Es gibt noch viele andere Dinge welche ich erreichen möchte und mir wichtig sind, als „nur“ die Schulbank“ zu drücken. Nach einer etwas unruhigen Zeit habe ich mich dazu entschlossen, das Studium abzubrechen. Nach wie vor bin ich davon überzeugt, dass es ein unglaublich spannendes Studium gewesen wäre und ich den späteren Beruf als Arzt gerne ausgeführt hätte. Aber zu wichtig sind mir andere Dinge… Familie, Emily und der Sport! Somit habe ich mich sozusagen also nicht gegen das Studium, sondern für das andere entschieden.

Bisher bin ich sehr glücklich mit dieser Entscheidung und es geht mir wirklich gut damit. Seit drei Wochen arbeite ich Teilzeit an der ETH. Ich hatte das Glück eine sehr interessante aber flexible Stelle mit einem sehr sympathischen Team antreten zu dürfen.
Somit bin ich also nun rundum versorgt 🙂

Nun aber zum Wettkampf:
Ich möchte vorwegnehmen, dass ich dank der grossartigen Unterstützung von Emily, meiner Familie und Coach Kurt, den ganzen Winter über super trainieren konnte und mich verletzungsfrei super vorbereiten konnte.

Am Dienstag vor dem Wettkampf bin ich zusammen mit Emily nach Südafrika gereist. Für mich war es der erste Aufenthalt auf dem afrikanischen Kontinent überhaupt. Etwas komisch, da man viele unterschiedliche Dinge über das Land hört. Also auch ein kleines Abenteuer für uns.

Da noch einige andere Athletinnen und Athleten des Team Koach am Ironman teilnahmen, mussten wir die Zeit bis Sonntag nicht alleine verbringen. Alle zusammen durften wir nervöse aber sehr lustige und tolle Tage miteinander verbringen. Irgendjemand war immer für ein letztes lockeres Training oder einen Kaffee zu haben.
In der Woche vor dem Wettkampf war es sehr windig und das Meer sehr rau. Ich hoffte stark, dass es am Renntag nicht so sein würde. Ich war sehr nervös aber nicht so stark wie auch schon.
Sonntag, 15. April 2018. Schon in der Frühe war es warm, es herrschte wenig Wind und der Ozean war etwas wellig aber verglichen mit den Tagen davor sehr ruhig.

Ich wusste nicht, was der Tag bringen würde. Ich wurde super für genau diesen Tag vorbereitet. Das Ziel war klar: Die Qualifikation für die WM in Hawai’i schaffen. Mit diesem Ziel war ich noch nie in ein Rennen gestartet. Ich wünschte mir aber den Slot während des Tages vergessen und einfach mein Rennen machen zu können. Denn so würde es am besten kommen. Frei sein von störenden Gedanken und voll und ganz im Rennen sein.

Der Start fand in Form eines „Rolling Starts“ statt. Dies bedeutete, dass alle zehn Sekunden acht Athleten auf die 3.8km (1 Runde) lange Schwimm-, 180km (2 Runden) Rad- und 42.2km (4 Runden) lange Laufstrecke geschickt wurden. Optimal also, um sein eigenes Rennen zu machen und sich nicht von anderen Athleten beeinflussen zu lassen. Denn den Überblick, wo diese im Rennen stehen, hat man sowieso nicht.

Kurz nach 06:45 und ein paar Minuten nach den ersten gestarteten Athleten begann das Rennen auch für mich.

Es waren einige Meter auf dem Strand zu rennen… ich hatte einige komische Gedanken vor dem Rennen… doch jetzt… mit dem ersten Wasserkontakt lösten sie sich in Luft auf… weg… ich schwamm.

Ich versuchte so rasch wie möglich meinen eigenen Rhythmus zu finden, welchen ich nach etwa 400m schon gefunden hatte. Ich schwamm. Da es kein Massenstart gab, haben sich auch keine grossen Gruppen von Schwimmern gebildet. Ich schwamm. Allgemein gibt es vom Schwimmen wenig Spektakuläres zu berichten. Ich schwamm. Ich fühlte mich super und kam gut voran. Ich schwamm. Wendepunkt. Ich schwamm. Alles wieder zurück. Ich schwamm. Kühles und relativ ruhiges Meer. Ich schwamm. Da vorne ist Sand. Bin 3.8km alleine geschwommen. Sand in den Händen, aufrichten, Schwimmabschnitt geschafft. Ich bin sehr zufrieden mit dem Schwimmen und die Zeit im Wasser fühlte sich kurz an.

Zeit Schwimmabschnitt: 00:57:27h.
Die Wechselzone wies sehr grosse Laufwege auf. Es waren Helfer vorhanden, die den Athleten auch so gut es ging damit behilflich waren, sich für die Radstrecke auszurüsten. Eine gute Idee eigentlich. Aber wenn man plötzlich die Salztabletten, welche Krämpfen während dem Rest des Tages vorbeugen sollen, nicht in seiner Tricottasche vorfindet, ist die Freude dann plötzlich nicht mehr so gross. Naja…nichts zu machen! Hoffentlich ruiniert dies den Tag nicht…
Sonst war es aber ein guter Wechsel, welcher ohne Zwischenfälle verlief.

Sprung aufs Rad.
Ich bin von Anfang an in einem etwas höheren als dem angestrebten Leistungsbereich gefahren, fühlte mich aber sehr gut. Ein paar ablenkende Gedanken machten sich in meinem Kopf breit. Diese konnte ich aber chrigi_saverdrängen. Sehr bald stellte ich fest, dass ich mich in einem absoluten Tunnel befand und mit den Gedanken und dem Kopf 100% im Rennen war. Ich kenne diesen Tunnel von wenigen Wettkämpfen und wusste, dass dies ein gutes Zeichen war. Genial! Es brauchte etwas Zeit, bis auch der Körper auf dem Rad richtig in die Gänge kam. Kilometer 45 bis 135 sind am besten gelaufen. Die ersten 90km waren eher mühsam, da sich Gruppen gebildet haben und man stark damit beschäftigt war nicht zu draften. Der Wind war während der ersten Runde noch nicht so stark, während der zweiten Runde aber umso stärker. Dies bedeutete enormen Rückenwind von Kilometer 90 bis 135. Gleichzeitig verhiess dies aber auch Gegenwind auf den abschliessenden 45 Radkilometern. Ab Km 120 machten sich erste Warnsignale für Krämpfe bemerkbar. Nein! Bitte nicht! Ich begann mir etwas Sorgen darüber zu machen, dass mir die liegen gelassenen Salzampullen auf dem Laufabschnitt oder gar schon früher einen Strich durch die Rechnung machen könnten.
Auf den letzten 45 Kilometern bekam ich etwas Mühe meine Leistung zu halten. Zum Glück besserte dies auf den letzten 10 Kilometern aber wieder.
Zeit Radabschnitt: 05:07:59h.

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180 Kilometer non-stop Rad gefahren. Das zweite Mal zurück in die Wechselzone.
Wiederum waren die Laufwege sehr lange. Als ich vom Rad gestiegen bin, hatte ich sehr schwere Oberschenkel. Pinkelpause. Guter Wechsel. Die langen Laufwege, das Anziehen der Schuhe und die Pinkelpause waren genug, dass sich meine Beine wieder ziemlich frisch anfühlten.

Laufen:
Die Krampferscheinungen waren verschwunden. Super! Wiederum befand ich mich von Anfang an in einem Tunnel, welcher bis zum Schluss anhalten sollte. Wahnsinnig toll! Nach einer Runde erfuhr ich von aussen, dass ich mich auf Position 3 meiner Altersklasse befand. Tolle Ausgangslage! Ich rechnete vorsichtig und erwartete, dass es 3 Slots für die WM in Hawaii geben würde. Weiterlaufen.
Die ersten 12km bin ich relativ schnell angelaufen und habe (oder musste) dann etwas Tempo rausnehmen. Dies natürlich auch weil ich nun wusste, dass ich das Rennen auf dem Podest beenden könnte, die Qualifikation für Hawai’i in Griffweite lag und ich deshalb nicht mehr zu viel riskieren wollte. Der erste Halbmarathon verging wie im Flug. Rang 2, wow! Ich lief. Ich konzentrierte mich nur auf die Pace, die Flüssigkeits- und Energiezufuhr und das Kühlen. Alles andere lief wie von selbst. Das Gutmachen von Rängen motivierte mich stark. Während des zweiten Halbmarathons lief ich von Zwischenziel zu Zwischenziel, welche ich mir gedanklich gesetzt hatte. Nach 3 Runden immer noch auf Rang 2. Jetzt sollte nichts mehr schief gehen. Die Kilometer 30 bis 35 kamen mir am längsten vor. Ich lief. Da ist sie: Die Rechtsabzweigung zum Ziel. Erleichterung. Gleich da. Ich lief.
Der Zieleinlauf war grossartig und konnte es richtig geniessen! Ich hatte den Zielkanal ganz alleine für mich und ich wusste, dass ich mindestens zweiter war. Geschafft! Was für ein Tag! Hallo Emily, da bin ich wieder!

Wir gehen wieder nach Kona!
Zeit Laufabschnitt: 02:58:28h.
Gesamtzeit: 09:10:44h

Die Stunden nach dem Rennen waren nur eins: Entspannt. Kurze Massage, chrigiziel Dusche, andere Athleten anfeuern und die anderen Teammitglieder im Ziel erwarten. Denn Tag liessen wir gemeinsam bei einem gemütlichen Nachtessen ausklingen.
In der kommenden Nacht schlief ich praktisch nicht. Ich wusste zwar, dass ich mir um einen Platz an der WM keine Sorgen zu machen brauchte. Zu stark waren aber die Emotionen und der Körper zu angeregt, um ein Auge zu schliessen.

Am nächsten Tag fand am Morgen die Slotvergabe statt, bei welchem ich den „Kona-Coin“ in Empfang nehmen durfte, dafür aber ein paar Franken für das Startgeld in Hawaii loswurde 😉 Aber dafür bezahlt man gerne auch etwas mehr.
Am selben Abend fand der letzte offizielle Anlass dieser Ironman Veranstaltung in Südafrika statt. Die Siegerehrung. Auf der Bühne einer vollgefüllten Halle durfte ich den zweitgrössten Pokal meiner Altersklasse entgegennehmen. Toll!

Ich möchte mich bei allen Koachlern, welche mit uns in Südafrika waren für die grossartige Woche bedanken! Es war toll mit euch! Merci!
chrigi_zielEmily und ich durften uns nun so richtig auf die bevorstehende Woche Urlaub in Südafrika freuen! 🙂
Ein tolles Land, welches jederzeit eine Reise Wert ist!

Die Weichen für die kommenden Monate sind also gestellt. Next Stop: Kona.
Der Fokus liegt auf diesem Wettkampf am 13. Oktober 2018. Darauf werde ich zielstrebig hintrainieren, um an diesem Tag hoffentlich zusammen mit euch wieder einen super Tag erleben zu dürfen! Save the date!

Last but not least: Natürlich gehört zum Erreichen einer solche Leistung auch viel Glück. Die Grundlage für Erfolge aber legen einige Personen, welchen ich besonders danken möchte. Auch wenn ich dies immer wieder wiederhole… ohne sie wäre dies alles nicht möglich. In erster Linie sind dies meine Eltern, welche mich in allen Belangen unterstützen. Herzlichen Dank an euch!! Weiter natürlich Sponsoren, auf welche immer Verlass ist! Dankeschön für eure Unterstützung! Freunden und Emily, welche unglaublich viel Verständnis für mein Tun aufbringen. Und selbstverständlich Coach Kurt, welcher mit seiner Hingabe für den Triathlon das Beste aus seinen Athleten herausholt.

Ich wünsche euch alles Gute und einen tollen Sommer!

Christian

Rennbericht – SWISS BIKE CUP Solothurn, 05.05.2018

Ausnahmsweise am Samstag um 16:05 startete innerhalb der Bike Days in Solothurn der nächste Lauf des Swiss Bike Cups für mich in der Kategorie U23. Ich fühlte mich am Renntag, wie bereits am Freitag bei der Streckenbesichtigung, sehr gut und war sehr zuversichtlich in diesem Rennen näher an mein Ziel, den Top-10, zu kommen. Leider habe ich aufgrund meines mässigen Saisonstarts noch immer einen relativ schlechten Startplatz. Das ist gerade in Solothurn ein deutlicher Nachteil, denn kurz nach dem Start wird eine Unterführung passiert, wobei Einerreihe gefahren werden muss und dies führt ab etwa Rang 15 zu Stau. Wegen dieser Passage und weiterer taktischer Fehler und etwas Pech war meine erste Runde sehr verhalten und ich passierte als 30. das Ziel. Ab der zweiten Runde konnte ich aber mein Rennen fahren und holte Rang um Rang auf. Die Strecke besteht aus einem langen Flachstück, das durch einen einzigen relativ steilen Berg mit etwa 140 Höhenmetern unterbrochen wird. Daher versuchte ich immer in der Fläche eine Gruppe zu haben und jeweils an diesem Berg in die nächste Gruppe vorstossen zu können, die dann wieder in der Fläche hilft. Dies gelang mir recht gut. So konnte ich zuletzt bis Rang 14 vorstossen. Am Ende fehlten auf Rang 11 nur zehn Sekunden, bzw. 30 Sekunden auf Rang 10 und damit den Top-10. Mit dem Wissen, dass ich in der ersten Runde durch die Verkehrsüberlastung in gewissen Streckenteilen bestimmt mehr als 30 Sekunden verloren habe und ich danach von Rang 30 aufholen musste und somit nie eine Gruppe über längere Zeit hatte, bin ich mit der Leistung mehr als zufrieden und freue mich nun umso mehr auf die kommenden Rennen.

Herzlichen Dank für die unermüdliche Unterstützung an Roland Fischer, dem ganzen Fischer Junior MTB Team mit allen Sponsoren und dem Team Koach, bzw. KM Sportcoaching, ebenfalls mit allen Sponsoren!

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