Nr. 118 – tatütata, die Feuerwehr ist da …..

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Schon wieder ein Jahr vorbei und ich stehe wiederum an der Startlinie des legendären Ironmans in Roth. Endlos viele Plantsch-, Rad- sowie Laufstunden liegen hinter mir. Körperlich bin ich parat oder Coach Kurt? Mental sieht es anders aus. Sogar am Sonntagmorgen komme ich auf die Idee, mein Rad auszuchecken und einfach den Tag zu geniessen.

Item……. Es gibt kein zurück! Um 06:40h heisst es „Schwimm um dein Leben“. Warum haben manche immer das Gefühl, dass sie ihre Agressionen im Wasser auslassen müssen 🙁

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Nach einer halben Ewigkeit habe auch ich es geschafft und kann dem Kanal entsteigen. Nun beginnt die Aufholjagd. Tatütata die Feuerwehr ist im Anmarsch.

Dieses Jahr gibt es aufgrund der Drafting-Thematik strengere Kontrollen. Zusätzlich zu einer fünfminütigen Zeitstrafe auf dem Rad, muss auf der Laufstrecke ein zusätzlicher Kilometer gelaufen werden und das nach 28.5 KM – Freude herrscht!
Auf der ersten Radrunde muss ich mir keine Gedanken über eine Zeitstrafe machen, da ich mehrheitlich alleine unterwegs bin. In der Hälfte der ersten Runde werde ich von den hinter uns startenden Männer überholt. Sie sind so schnell, dass ich das Gefühl habe, mir steht jemand auf dem Schlauch, doch mein Garmin sagt mir etwas anderes. Der Solarerberg ist wiederum ein absolutes Highlight. Da kann man nur mit einem Strahlen im Gesicht hochfahren und ich weiss, da wartet Beat. Auf der zweiten Runde nimmt der Wind zu. Nun beginnt es mir Spass zu machen. Ich überhole nur noch – die Feuerwehr nimmt Fahrt auf…tatütata….

Pffffff……. Der Feuerwehr geht die Luft aus! Da ich keine Tussi bin, kann ich den Schaden in kurzer Zeit beheben…….Rad ab, neuer Schlauch, Luft rein und weiter. Zeitverlust fünf Minuten!

Endlich, die zweite Wechselzone in Sicht. Hut auf, Schuhe an und los gehts….tatütata… Bin ich wirklich schon geschwommen und eine Radeinheit hinter mir? Meine Beine fühlen sich gut an. Zu gut befinde ich! Ich weiss, nun noch 21 KM und dann fertig. Das war mein Plan, den ich mir beim Start um 06:40h zurecht gelegt hatte.

Wie langweilig so an einem Kanal entlang zu laufen. Mit Schwimmen wäre man doch schneller 🙂 und vorallem kühler wäre es auch. Nach dem ersten Wendepunkt (ca. 15 KM) spüre ich, dass ich eine Blase kriege und das an der Fusssohle …..tatütata ….. ich brauche eine Ambulanz 🙂

Bei KM 21 steht Beat. Ich „21 KM si gschafft. I höre jetzt uf“. Er „OK, i warte do“! Nach unserem kurzen Wortwechsel laufe ich weiter. Ich und aufgeben „das gits nid“! Nun noch 21 KM auf die andere Seite. Aus purer Langeweile erfinde ich ein Spiel „Catch the mens“. So zähle ich alle Männer, die ich überhole und es sind nicht wenige.  Wie es scheint, fehlt vielen ihr Scheibenrad und  Aerohelm, den sie sind nicht mehr so flott unterwegs 😉 Ich bin so im Rausch, dass ich bei KM 28.5 noch die Strafrunde von 1 KM ablaufen will. Zum guten Glück ruft mir eine Helferin noch zu. Übertreiben will ich es dann doch nicht.

Die letzten 2 KM ziehen sich in die Länge, die wolllen verdient sein. Doch endlich sehe ich den Zielbogen und ich bin glücklich das ich es nach 9:51h geschafft habe.

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Mental war das bis jetzt das härteste Rennen. Meine Gefühlswelt kam arg ins schlingern und ich weiss, es ist noch ein weiter weg bis zu meinem Traum!

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Ich möchte mich vorallem bei Beat bedanken. Er, der ruhende Pol in meinem Leben. Muss er doch viel auf mich verzichten, wenn ich meinen ellenlangen Trainingsplan am abarbeiten bin. Nicht zu vergessen Coach Kurt, der die ellenlangen Trainingspläne erstellt, die mir in letzter Zeit nicht so viel Freude bereiten. Doch wie heisst es so schön „die Sonne geht jeden Tag wieder auf“ oder doch eher „ohne Fleiss, kein Preis“ ? Danke, danke euch beiden.

Ach ja, bei KM 36 wartete Beat immer noch. Diesmal aber mit einem riesen Smile im Gesicht…… Seine Belohnung….. ein kühles Bier von Erdinger aus der Athletenzone 🙂

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